Gelebte Integration für Kinder und Jugendliche von Zuwanderern

Von Dieter Rihm

Integration findet im Wesentlichen vor Ort statt, d.h.  konkret: In den Kommunen entscheidet sich, ob Integration gelingt oder nicht.
Diese mittlerweile  allgemein anerkannte Feststellung gilt natürlich auch für unsere Stadt, die sich dieser Herausforderung nicht erst seit 2015 stellt. Dies ist keine kommunale Pflichtaufgabe, wird also im Rah-men der kommunalen Selbstverwaltung  freiwillig ausgeübt. Denn in der Gestaltung von Integrations-prozessen  sieht unsere Stadt eine kommunalpolitische Steuerungsaufgabe. Die Arbeitsschritte  und die Ergebnisse dieser Integrationsarbeit, selbstverständlich zusammen mit unterschiedlichen  gesellschaftli-chen Organisationen, werden immer wieder veröffentlicht und werden auch weit über unsere Stadt hinaus als vorbildhaft gewürdigt.
Dies gilt auch für das 2015 politisch verabschiedete und praktizierte gemeinsame Konzept der Pfarrge-meinde St. HiMi, des Vereins Lernmobil, des Kreis Bergstraße und der Stadt Viernheim zu einer noch umfassenderen und effizienteren Gestaltung der Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen.
In der letzten Stadtverordnetensitzung haben die Mandatsträger weitere „überplanmäßige“ finanzielle Mittel für das Budget der Jugendförderung beschlossen, damit die Integration von Kindern und Jugend-lichen von Zuwanderern noch intensiver gefördert werden kann.
Mit dem Geld sollen in Kitas und Grundschulen diesen Kindern und Jugendlichen Nachmittagsangebote zur zusätzlichen Sprachförderung, mit sozialen Kontakten zu gleichaltrigen schon länger hier lebenden Kindern, angeboten werden. Die Eltern sollen in das Angebot einbezogen werden.
Zur Umsetzung dieses Konzeptes „Zusätzliche Sprachförderung  mit sozialpädagogischer Begleitung“ wird keine neue Infrastruktur aufgebaut, sondern die bestehende erweitert, selbstverständlich nicht auf Kosten anderer betreuter Kinder. Denn für uns gilt der Grundsatz: „Jedes Kind und jeder Jugendliche ist gleich viel wert.“
Wenn wir diesen Kindern und Jugendlichen dieselben Teilhabemöglichkeiten und Aufstiegschancen in unserer Gesellschaft  bieten wollen, wie Kindern aus seit langem hier ansässigen deutschen Familien  -und das wollen wir  Sozialdemokraten ausdrücklich -, dann müssen wir verstärkt in Kitas, Schulen und Ausbildung investieren. Die Bildung von Zuwandererkindern ist sicherlich eine der größten Herausforde-rungen  bei der Integration. Aber sie ist auch der entscheidende Hebel, den Zugang zur Mehrheitsgesell-schaft zu öffnen.
Deshalb sollten wir auch in Zukunft den Mut und die Entschlossenheit aufbringen, den zentralen Hebel der „Integration durch Bildung“ weiter zu stärken – zum Wohle der Zuwanderer, aber auch in unserem eigenen Interesse.